Urologie
- Prostatavorsorge
- PSA
Die Prostata
gehört neben Penis, Hoden, Nebenhoden, Samenblase zu den männlichen
Geschlechtsorganen,gleicht in Form u. Größe einer Kastanie, umringt die
Harnröhre,in welche auch ihre Ausführungsgänge münden,durch die im
Bedarsfall die Spermaflüssigkeit hineingepumpt wird.
Die
Prostata(zu deutsch Vorsteherdrüse)produziert Sekrete zur Verflüssigung
und Aktivierung des Samens und bildet somit das Sperma.
Die
Prostata ist das Organ des
Mannes,das jenseits der Lebensmitte am häufigsten erkrankt.Hierbei ist die
gutartige Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie,
BPH) mit Abstand die häufigste pathologische Ursache,die im
allgemeinen sehr langsam fortschreitet. Etwa ab dem 45 Lj. beginnt die
Prostata hormonell bedingt allmählich zu wachsen,wobei sie im Verlauf von
wenigen oder mehreren Jahren meist Marillen- oder Pfirsichgröße erreicht.
Mindestens
70% aller Männer,die das 70 Lj. erreichen,entwickeln eine histologische BPH
und bei 40% oder mehr treten Symptome einer Harnabflussstörung
auf.Allerdings entwickelt sich die Erkrankung derart allmählich,dass die
meisten Patienten gar nicht wahrnehmen,dass irgendetwas mit ihrer Blase oder
Prostata nicht in Ordnung ist.Und so nehmen viele Männer das
fortgeschrittene Sinken ihrer Lebensqualität schlicht als einen Teil des
Alterungsprozesses hin,bis schließlich Harnwegsinfektionen,Harnverhalt
oder sonstige Komplikationen
die Oberhand gewinnen.
In Österreich
leiden ca. 300000 Männer älter als 50 Jahre unter mäßigen und weitere
30000 unter stark ausgeprägten durch eine BPH hervorgerufene Beschwerden
beim Urinieren.Die gutartige Prostatavergrößerung ist hinsichtlich
Verbreitung und Kosten für das Gesundheitswese eine Volkskrankheit.
Typische
Symptome sind häufiger
Harndrang(auch in der Nacht),Nachträufeln,nachlassender Strahl beim
Urinieren,unterbrochener Harnstrahl,Restharngefühl,gehäufte
Harnwegsinfekte.In weiterer Folge kann es zu einer Überlaufblase mit einer
Harnrückstaung bis ins Nierenbecken kommen.Dies kann die Nierenfunktion
nachhaltig schädigen.Eine weitere ernste Komplikation ist der akute
Harnverhalt,wenn der Betreffende plötzlich gar nicht mehr urinieren kann.
Im
Gegensatz zum Prostatakrebs(prostatacarcinom),der vorwiegend in der äußeren
Zone der Vorsteherdrüse vorkommt,entwickelt sich die gutartige Vergrößerung
hauptsächlich in der inneren Zone,das heißt dem Bereich in unmittelbarer Nähe
zur Harnröhre.
Das
Hauptkriterium für Beschwerden liegt allerdings nicht in der absoluten Größe,sondern
darin,wie stark der innere Ring der Prostata auf die Harnröhre drückt.
Das Prostatacarcinom
ist eine Erkrankung des älteren Mannes mit einem Inzidenzgipfel zwischen
dem 7. und 8. Dezenium.In den westlichen Industriestaaten steht das
Prostatacarcinom hinter dem Bronchuscarcinom an 2. Stelle der tumorbedingten
Todesursachen und ist derzeit beim Mann das am häufigsten diagnostizierte
Karzinom.Diagnose,Therapie und Nachsorge haben sich in den letzten Jahren
seit Einführung des PSA(prostata-spezifisches
Antigen) stark verbessert.Liegt ein organbegrenztes Stadium vor und
hat der Patient eine projizierte Lebenserwartung von zumindest 10 Jahren ,so
stellt die radikale Prostatektomie die Therapie der Wahl dar.Bei Patienten
mit einer höheren Comorbidität liefert die Strahlentherapie oder
Hormontherpie zufriedenstellende Ergebnisse.
Liegt
ein metastasiertes Prostatakarzinom vor,ist die antiandrogene Therapie nach
wie vor der Goldstandard.Chemotherapie oder Gen-Therapieversuche haben in
diesem Fall derzeit noch keine
berfriedigenden Ergebnisse gezeigt.
Eine
Sonderstellung nimmt das << Watchful-waiting>> ein. Patienten
mit gut bis mässig differenzierten,organbegrenzten kleinen
Prostatakarzinomen(z.b inzidentielle Carcinome nach Turp,pT1a)benötigen
nicht immer eine Behandlung.Insbesondere bei älteren Männern kann eine
watchful-waiting-Strategie angewendet werden.Handelt es sich um einen Jungen
Patienten(Lebenserwartung ca 20 J) ist eine spätere Behandlung
wahrscheinlich.
Die beiden
wichtigsten diagnostischen Schritte sind die digito-rektale
Untersuchung(DRU,Abtasten der Prostata über
den Enddarm mit dem Finger) und die Analyse des PSA(Serummarker
welcher mit einer Blutabnahme bestimmt wird).Beide Untersuchungen ergänzen
sich.Etwa 20% der Prostatacarcinome sind Psa-negativ(werden also nur mittels
Tastuntersuchung entdeckt) und 60-80% werden nur aufgrund des erhöhten
Psa-Wertes bei unauffälligem Tastbefund aufgedeckt.
BEI POS.
TASTBEFUND und/oderPOS.PSA ist eine ultraschall-gezielte prostatastanzbiopsie
(Gewebsprobeentnahme zur histologischen Untersuchung durch den
Pathologen)INDIZIERT.
DIE
VORSORGEUNTERSUCHUNG(DRU+PSA)
sollte bei jedem Mann ab dem 45 LJ 1x jährlich durch einen Urologen
durchgeführt werden.
Kommt in
der engeren Verwandtschaft(Großvater,Vater,Bruder,Onkel) ein
Prostatacarcinom vor ,sollte die Vorsorgeuntersuchung berits ab dem 40 LJ
1xjährlich durchgeführt werden.Das wichtigste in der erfolgreichen
Behandlung des Prostatacarcinoms ist die Früherkennung.Je früher man die
Erkrankung diagnostiziert,desto eher kann eine Heilung erreicht werden.
Seit
Einführung des PSA-Wertes können 70% der Prostatacarcinome im
Organbegrenzten Stadium entdeckt werden!!!!!
PSA
INDIKATION
zur PSA-ABNAHME :
Das
prostataspezifische Antigen ist ein Glykoprotein mit
einem Molekulargewicht um 33000 Dalton und wurde erstmals 1979 von
der Arbeitsgruppe um Wang beschrieben.Dieses Eiweißmolekül wird sowohl in
benignen(gutartigen) als auch in malignen(bösartigen) Epithelzellen der
Prostata gebildet.Somit ist das Psa kein carcinomspezifischer Seummarker.PSA
liegt im Blut sowohl an Eiweiße gebunden als auch frei vor.
Die
Halbwertszeit im Blut beträgt ca 2 Stunden,es kann bis zu 2 Wochen
dauern,bis das Psa (z.b nach radikaler Prostatektomie) einen nicht mehr
messbaren Bereich erreicht.
Erhöhte
Psa-Serumkonzentrationen
können neben dem Prostatacarcinom auch bei:
-
Zunehmendem
Alter
-
BPH(gutartige
Prostatavergrößerung)
-
Prostatitis(Entzündungen
der Prostata)
-
Harnwegsinfektionen
-
Nach
Manipulationen(z.b DRU,Radfahrer-harter Sattel!!!!)
-
Kurz
zurückliegender Ejakulation
-
Kurz
zurückliegender Katheterisierung
-
Interferierender
Substanzen(Medikamente z.B :
-
Calziumantagonisten,Vasodilatatoren,Koronartherapeutika)
erhöht sein.
Die
zusätzliche Bestimmung des prozentualen Anteils des freien-Psa am
Gesamt-Psa(f-Psa%) erhöht deutlich die Sensitivität und Spezifität,Patienten
mit Prostata-Ca zu erkennen und stellt damit einen wesentlichen Fortschritt
in der Diagnose des Prostata-Ca dar!
Die
meisten Studien empfehlen bei Gesamt-PSA Werten von 2,0-20,0ng/ml die
Bestimmung des freien-Psa.
Jedoch muß betont werden,
dass ein einzelner PSA-Wert nicht mehr zur Entscheidung bezüglich einer
Prostatastanzbiopsie beitragen sollte. Der Verlauf des Psa-Wertes im Rahmen
einer Langzeitbeobachtung (Psa-Velocity)
ist entscheidend. Die Dynamik dieses Markers unterscheidet sich bei
Patienten mit einem Prostatacarcinom deutlich von jenen mit einer gutartigen
Veränderung.
Letztendlich muß mit dem
Urologen ihres Vertrauen sowohl in der Vorsorge als auch in der Nachsorge
das jeweilige Vorgehen individuell besprochen werden.
Ein eigenes Kapitel ist der
PSA-Wert in der onkologischen Nachsorge als Indikator für ein TUMORREZIDIV.
PSA-Progress
nach Operation:
Dzt gibt es noch keinen
internationalen Konsensus über die genaue Definition eines so genannten
biochemischen Progress, d.h einen erneuten Anstieg des PSA-Wertes nach primärer
Operation.
Bei 45% der Pat steigt
der PSA-Wert nach 2 Jahren an, bei 75% kommt es innerhalb der ersten
5-8 Jahre zu einem Progresss sei es in Form eines Lokalrezidivs, sei es
disseminiert in Form von Metastasen.
Die Wahrscheinlichkeit für
einen Tumorfortschritt ist gegeben wenn
nach der OP ein PSA-Wert von =
0,2 ng/ml gemessen wird. Das
biochemische Lokalrezidiv ist definiert n ASTRO-Kriterien, d.h wenn der Pat
einen 3 maligen PSA-Anstieg nach
Erreichen des PSA-Nadirs nach Primärtherapie erleidet.
Behandlungsmöglichkeiten
im Falle eines Lokalrezidivs sind eine percutane Bestrahlung, e.v ein
erneuter Eingriff, im Falle von Fernmetastasen eine Hormontherapie oder
Chemotherapie.
PSA-Progress
nach Radiation:
Auch hier gibt es keinen
Konsensus über den optimalen Nadir (tiefster Psa-Wert nach einer Therapie)
nach Bestrahlung. Der PSA-Wert sollte zumindest zw 1-4 ng/ml nach perkutaner
Bestrahlung liegen. Allerdings
muß man einen reversiblen PSA-Anstieg (Bounce Phänomen)
innerhalb
der ersten 1-2 Jahre nach Therapie berücksichtigen.
PSA-Anstieg
nach Hormon oder Chemotherapie:
International gilt , dass
bei Pat nach der ersten Hormontherapie ein Abfall des PSA-Wertes auf unter 4
ng/ml angestrebt werden soll.
Bei peripherer und
zentraler Hormonblockade sollte zumindest ein 50%-iger Abfall des PSA-Wertes
vor Hormontherapie innerhalb der ersten 8 Wochen erreicht werden.
Bei
Hormonresistenz und steigenden PSA-Wertes wird zumeist eine
Chemotherapie angewendet.

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